Werkstatt der Gefühle

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Wahrnehmung und Ausdruck über Körper und kreative Gestaltung zur Weiterentwicklung von emotionaler Intelligenz

Konzept von Mag. Marie-Therese Strasser

Idee

Vertrauen ist eine wesentliche Voraussetzung für Kreativität.

Ein Klima des Vertrauens macht es möglich, dass nicht die bloße Bewältigung von Routinen, sondern Vielfalt und Offenheit für Neues das Lernen bestimmen. Eine Vielfalt, die im menschlichen Gehirn in einer Überfülle angelegt ist. Deren  Ausprägung hängt aber davon ab, wofür ein Kind sein Gehirn benützt. Ein Bildungssystem, das Innovation und lebensbegleitendes Lernen ermöglichen soll, benötigt Programme, die Kindern dabei helfen, Lust am Lernen zu behalten.

Gefühlsempfindung und Körpererleben

Gefühle werden im Körper verspürt. Ein Gefühl ist vor allem ein körperlicher Zustand und erst dann eine Wahrnehmung des Gehirns. Das Entstehen von Emotionen kann ganz deutlich einem Teil des Gehirns zugeordnet werden. Über den Körper erhält man Zugang zu teilweise unbewussten Gefühlsinhalten. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Atmung. Durch tiefere Atmung wird die Wahrnehmungsfähigkeit erhöht und eine größere Sensibilität gegenüber eigenen Empfindungen, aber auch denen Anderer, entwickelt. Das Erleben von Vertrauen in der Gruppe stärkt das Ich. Aus dem „Selbst-Bewusstsein“  kann das Du erfahren werden, an erster Stelle steht also die Beziehung zu sich selbst, zum eigenen Erleben, von dem aus in Beziehung getreten wird.

 Selbst-Gefühl und Kreativität

Emotionen bestimmen menschliches Erleben und Verhalten – in einer großen Bandbreite. Was oft als überwältigend, blockierend oder auch destruktiv erfahren wird, kann sehr direkt und effektiv in künstlerischen Arbeiten entsprechenden Ausdruck finden. Durch die Erfahrung im Körper werden  Gefühlsinhalte bewusster und können unmittelbar in kreative Prozesse umgesetzt werden.

 Das Projekt

Als Weiterentwicklung und Adaptierung des Pilotprojekts „Heute fühle ich mich so gelb“ (gemeinsam mit Mag. Claudia Hutterer und Mag. Martina Kornfehl im Rahmen von „city of respect“ , Projekt des Kunstraums Goethestraße xtd.), das von uns zwischen Oktober 2009 und Juni 2011 in oberösterreichischen Volksschulen angeboten wurde, soll die „Werkstatt der Gefühle“  nun speziell für Kinder mit besonderen Bedürfnissen und Förderbedarf entwickelt werden.

Ausgehend vom  Anspruch, emotionale Kompetenz weiterzuentwickeln und zu fördern, sollen Gefühlsinhalte über Körperwahrnehmung und Begegnung bewusst(er) gemacht und dafür entsprechende Ausdrucksformen in kreativen Prozessen und auch in Bewegung gefunden werden. Elemente aus Kunsttherapie und Körperarbeit wurden adaptiert und speziell für diese Zielgruppe entwickelt.

Wichtig dabei ist die enge Zusammenarbeit mit den Pädagoginnen, da individuelle Bedürfnisse und auch Begrenzungen der Kinder berücksichtigt werden sollen. Auch soll die Begleitung der SchülerInnen über einen längeren Zeitraum erfolgen (ein Schuljahr), um eine nachhaltige Verfestigung der erlernten und erprobten Ausdrucksmöglichkeiten zu ermöglichen. Die einzelnen Übungen und Module sollen auch den betreuenden Personen als Anregung dienen, diese in den Unterricht zu übernehmen.

Die bisherigen Erfahrungen aus der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern zeigten den offensichtlichen Bedarf an der Auseinandersetzung mit emotionalen Befindlichkeiten, Bedürfnissen und Ausdrucksmöglichkeiten.

Über Körperwahrnehmung, Vertrauensübungen, kreative, künstlerische und spielerische  Ausdrucksformen, bis zu gruppendynamischen Spielen wird mit den Kindern zu verschiedenen gefühlsbezogenen Themen  erfahren, entwickelt und gewerkt . Die  Wahrnehmung von sich selbst, aber auch im sozialen Kontext wird achtsamer und reflektiver, neue  Ausdrucksmöglichkeiten können gefunden und erprobt werden.

Programm:

Zunächst geht es um Aufbau von Vertrauen und Beziehung. In entsprechenden Übungen lernen wir einander, aber auch verschiedene Gefühlszustände besser kennen und benennen. Über Gesichtsausdrücke und im Körpererleben, einem Entdecken der Gefühlspalette in allen Farben, finden wir schließlich zu einem expressiven Ausdruck auf Papier

Im Weiteren geht es um Wahrnehmung von sich selbst, sich ernst nehmen zu dürfen, und Möglichkeiten zu entdecken, wie Gefühle kanalisiert werden können, d.h. auch mit belastenden Emotionen in kreativer Weise umgegangen werden kann.

Über achtsame Körperwahrnehmung und über die Atmung lassen sich Zugänge zu zum Teil auch unbekannten Gefühlsebenen finden, und Instrumente zu einem entsprechenden Umgang damit- ein spielerischer und kreativer Output vermittelt neue Erfahrungswelten.

Ein wesentlicher Bestandteil der Workshopreihe ist das Soziale Leben mit Gefühlen:

Im Kontext der Gruppe- des Mikrokosmos Schulklasse- werden soziale Kompetenzen erprobt, z.B. wie es sich anfühlt, dazu zugehören oder „draußen“ zu sein, Gemeinsamkeiten  und Abgrenzung zu erfahren. In sich horchen und in die Welt bringen.

Methoden:

Malen, plastisches Gestalten, Körperübungen, Meditation, Gruppendynamische Übungen, Theaterarbeit

Autorin und Durchführung

Mag. Marie-Therese Straßer, Psychotherapeutin

(in Ausbildung unter Supervision)

Psychotherapie und Körperarbeit in freier Praxis und mit Gruppen, Projekte in Schulen

Expressive Arts

Studium Produktgestaltung an der Universität für Angewandte Kunst in Wien ,

Kulturarbeit und –organisation. (Linz 09- soziokulturelle Projekte und Kinderprojekt)

Ausbildung  personzentrierte Psychotherapie

Ausbildung Körpertherapie nach W. Reich und Theaterarbeit,

 

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